
Videos
Vom Binären zum Bipolaren. Instrumentalisierung der Extreme in der visuellen Kommunikation
Internationale Konferenz - Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2020
PANEL 3: VISUALISIERUNG DIGITALER SAMMLUNGEN / VISUALISING DIGITAL COLLECTIONS
https://www.belvedere.at/digitalmuseum2020
Die Theorie der virtuellen Semiose (M. Halak) beschreibt die Mechanismen der Bildproduktion und des Bildkonsums im virtuellen Bereich. Um die Folgen des steigenden Einflusses des digitalen Bildes an dem gesamten Anteil der visuellen Kommunikation in der Gesellschaft überhaupt analysieren zu können, muss die Aufbaulogik des visuellen Kodes verstanden werden. Das Digitale ist in der Genese der binären Struktur bis auf das Prinzip des mechanischen Ein- und Ausschalten des Signals, wie bereits beim Samuel F. B. Morse, verfolgbar. Bereits in der Architektur solcher Kodes sind Maxime die Grundbausteine mit denen sich jede, auch visuelle Information, ausdrücken lässt. Basierend auf dem Prinzip der Aussagenlogik, werden zwar die Algorithmen des Binären definiert, eine variierte Form der Negation zur Elementaraussage ist auch für die Strategien der Bilddistribution im Netz ausschlaggebend. So wird bis auf der emotionalen Ebene mit Extremen gearbeitet die zielgerichtet wirtschaftliche und politische Zwecke erfüllen. Jede Information, die mit einem Bild kommuniziert wird, kann daher instrumentalisiert werden indem die formalen und inhaltlichen Polaritäten der visuellen Datei manipuliert werden. Vom Binären zum Bipolaren führt also ein Weg an dem die Entwicklung von der Form des Kodierens bis zum Inhalt eines visuellen Komplexes sichtbar wird. Auch Institutionen, wie Museen und Galerien stehen vor einer Herausforderung Informationen zu vermitteln, die möglichst konzentriert und weniger von der relativierenden Mehrdeutigkeit, bzw. Aussagenunklarheit geprägt sind. Gerade in der Zeit der visuellen Überproduktion, kann jeder Schritt im Internet kontraproduktiv sein.
https://www.belvedere.at/sites/default/files/2022-01/Abstracts_2020.pdf
Miroslav Haľák studierte Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Universität Trnava (Slowakei) und nahm am interdisziplinären Studienprogramm „AISTHESIS: Historische Kunst- und Literaturdiskurse“, Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Augsburg, Universität Regensburg, Katholische Universität Eichstätt – Ingolstadt und Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, teil. Er promovierte mit einem Dissertationsthema über die semiotische Grundlage der Anthropomorphismen in der Landschaftsmalerei der Moderne. Seit 2017 ist er als Assistenzkurator am Belvedere tätig. Neben der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sind seine Forschungsschwerpunkte Bildsemiotik und psychologische Ästhetik.
