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GROW
Der Baum in der Kunst
HAĽÁK, Miroslav: Mit Bäumen wachsen? Drei Modelle künstlerischer Baumdarstellung. In: HAĽÁK, Miroslav – ROLLIG, Stella (ed.): GROW. Der Baum in der Kunst. Köln, Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König 2022, S. 13-27.
"Bäume werden in der Kunst als Projektionsflächen, als Medien, durch die wir religiöse Vorstellungen vermitteln, als Naturmotive, die die landschaftliche Schönheit beziehungsweise Erhabenheit betonen, oder einfach als Formen, die uns inspirieren, behandelt. Konzentrieren wir uns aber auf die wesentlichen Merkmale der Verwendung des Baums als Zeichen in der visuellen Kommunikation, so können wir verallgemeinernd behaupten, dass der dargestellte Baum entweder (I.) als ein Symbol des Übernatürlichen oder (II.) als eine Forminspiration auftritt. Diese Hypothese rechnet mit Modellen, die geschichtlich und kulturell parallel verlaufen, und damit, dass innerhalb dieser Modelle fortlaufend neue Varianten der Baumdarstellung kreiert werden. Beide Modelle sind dabei nicht strikt voneinander getrennt, es kann also zu ihrer Verschmelzung in einem (III.) hybriden Modell kommen. In solchen Fällen sind die natürliche Funktionalität, die Form und andere Quantitäten und Qualitäten des Baums ausschlaggebend, um zu metaphysischen Assoziationen zu gelangen. Modelle, die bei der Orientierung in diesem großen kunsthistorischen Thema helfen sollen, müssen also auch die historische Entwicklung unserer Beziehung zur Natur berücksichtigen. Dazu dient in weiterer Folge die Behandlung des Baums in der Kunst als ein Zeichen, mit dem es möglich ist, auch komplexe Bereiche unserer Existenz zu kommunizieren. …"

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